Die Klettertour: Excalibur
In der Kletterhochburg Arco, Italien, gelegen, ist Excalibur keine typische Sportkletterroute. Im Gegensatz zu den endlosen Ausdauer-Routen in Spanien ist Excalibur kurz, brutal und boulderlastig.
Die Route wurde zuerst von Stefano Ghisolfi im Februar 2023 erstbegangen, gefolgt von einer zweiten Begehung durch Will Bosi im Februar 2025. Raboutou sicherte sich die dritte Begehung und festigte damit den Status der Route als globales Teststück für pure Kraft.
Ein Meilenstein im Frauenklettern
Brooke Raboutous Begehung ist wohl eine der bedeutendsten Leistungen in der Geschichte des Sportkletterns. Vor dieser Begehung lag der höchste Schwierigkeitsgrad für Frauen bei 9b (5.15b), der 2017 erstmals von Angela Eiter erreicht und von wenigen weiteren Kletterinnen wiederholt wurde. Durch das Erreichen des 9b+ (5.15c) Bereichs hat Raboutou den Standard erneut nach vorne verschoben.
Mit einer Körpergröße von 1,60 m musste Brooke eine völlig neue Beta entwickeln, verglichen mit den größeren vorherigen Begehern. Sie nutzte ihre Weltklasse-Boulderstärke, um die mikroskopisch kleinen Griffe und die anspruchsvolle Körperspannung der Route zu bewältigen.
Brookes Reaktion
Nach der Begehung teilte Brooke in den sozialen Medien einen emotionalen Tribut an den Prozess und die Route selbst:
— Brooke Raboutou via Instagram
Warum das wichtig ist
Diese Begehung beweist, dass sich die Lücke zwischen den höchsten Niveaus im Männer- und Frauensportklettern schnell schließt. Da 9c (5.15d) der aktuell schwerste Grad der Welt ist (bisher nur von wenigen Männern wie Adam Ondra, Seb Bouin und Jakob Schubert erreicht), liegt Brooke nun nur eine Stufe unter der absoluten Spitze menschlichen Könnens.
Nachdem sie bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris Silber gewonnen hatte, hat Raboutou ihre Kletterstärke nahtlos auf echten Fels übertragen und festigte damit ihr Vermächtnis als eine der vielseitigsten und erfolgreichsten Kletterinnen ihrer Generation.