Nur wenige Stunden nach Exodia ist Adam Ondra an einen Fels direkt an der Straße an anderer Stelle im Piemont weitergezogen und hat dort die Erstbegehung von Murena (9a) geschafft. Matteo Gambaro hat die Linie schon 2012 eingebohrt, und wer am Crux fällt, landet womöglich auf dem Dach eines vorbeifahrenden Autos. Wie die Linie über der Straße aussieht, zeigt sein neues Video.
Der 16. Oktober war für Adam Ondra ein ziemlich voller Tag. Erst gelang ihm die zweite Begehung von Exodia, dem Boulder von Elias Iagnemma am Rifugio Barbara im Val Pellice. Iagnemma hatte über 200 Sessions gebraucht und 9A+ vorgeschlagen. Ondra schaffte ihn in vier Tagen und sagt 9A, wie wir berichtet haben. Damit war der Tag aber nicht vorbei. Nach eigenen Worten zog Ondra danach an einen anderen großartigen Fels im Piemont weiter und kletterte nur wenige Stunden nach Exodia Murena, eine neue 9a.
Neu ist die Linie trotzdem nicht. Matteo Gambaro hat sie bereits 2012 eingebohrt, Ondra nennt sie ein altes, nie geklettertes Projekt. Sie liegt an einem Fels direkt an der Straße an anderer Stelle im Piemont, und genau diese Straße macht den Reiz aus. Ondra beschreibt Murena als großartige Linie mit besonderen Zügen. Am Crux springt man aus einem Toehook, und wer dabei fällt, landet im schlimmsten Fall auf dem Dach eines vorbeifahrenden Autos. Einen Haken hat die Sache allerdings. Der Fels sei nicht besonders fest, schreibt Ondra, und man werde sehen, ob die winzigen Leisten halten.
Wie das aussieht, zeigt ein YouTube Short, das am 23. Oktober auf seinem Kanal erschienen ist. Es trägt den Titel „Risking Potential Fall onto Moving Car | Murena 9a FA“. Schon das Vorschaubild sagt viel. Die Wand hängt direkt über dem Asphalt, und der Sichernde steht auf der Straße. Gefilmt hat Laco Korbel, geschnitten hat Kuba Frajt. Einen längeren Film gibt es bisher nicht, und wie viele Versuche er gebraucht hat, verrät Ondra nicht.
Eine weitere 9a wäre bei Ondra für sich genommen kaum eine Meldung wert. Gripped zählt über 130 Routen in diesem Grad auf seiner Liste und mindestens 80 im Grad 9a+ oder schwerer. Besonders an Murena ist vor allem das Drumherum. Ondra hat die Erstbegehung am selben Tag eingefädelt, an dem er einen der schwersten Boulder der Welt geklettert hat, und das an einer Wand, an der der Verkehr unten für eine ganz eigene Art von Ausgesetztheit sorgt. Wer mehr von Ondra sehen will, findet bei uns auch sein Video von der Marmolada.
Quellen: Gripped, YouTube (Adam Ondra), Facebook (Adam Ondra), Lezec.cz
Titelbild: Adam Ondra in Silence (9c), Flatanger, Norwegen, 2017. Das Foto zeigt Silence, nicht Murena. Foto: Pavel Blažek, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.





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