"Manchmal sind die besten Tage nicht die, die man erwartet." Dies fasst den jüngsten Erfolg der österreichischen Vorstiegspezialistin Eva-Maria Hammelmüller perfekt zusammen. Am Freitag, dem 13., kletterte Hammelmüller "WRC" (9a) im Col de Castillon, Südfrankreich, und sicherte sich damit ihre fünfte Route im prestigeträchtigen Schwierigkeitsgrad 9a.

Die Route: Ein Test der reinen Ausdauer

Oberhalb des Mittelmeers in der Nähe von Nizza gelegen, ist "WRC" eine beeindruckende, stark überhängende Tufalinie, die 2009 von Kevin Aglae eingerichtet wurde. Die Route ist im Wesentlichen eine Verlängerung der klassischen 8c+ "Alien Carnage." Um "WRC" zu bezwingen, muss ein Kletterer zunächst "Alien Carnage" durchsteigen, bevor er einen zusätzlichen, sehr anspruchsvollen 8a+-Abschnitt in Angriff nimmt, der in einem präzisionsabhängigen dynamischen Zug direkt am Ende mündet.

Der Weg zum Durchstieg

Hammelmüllers Vorgehen an der Wand war schnell, aber körperlich anstrengend. Zuerst durchstieg sie die grundlegende "Alien Carnage" (8c+) in nur zwei Tagen – ihre 19. Route im Grad 8c+. Danach begann sie sofort, die gesamte "WRC"-Linie zu projektieren.

Obwohl sie schnelle Fortschritte machte, scheiterte sie dreimal am letzten dynamischen Zug. An ihrem vierten Klettertag in Folge wachte sie mit keinem idealen Gefühl auf und bemerkte, dass ihre Unterarme bereits müde waren. Da es jedoch ihr letzter Tag am Felsen war, beschloss sie, sich trotzdem einzubinden.

Sie kämpfte sich durch den Pump und die Müdigkeit, hielt im letzten Crux durch und schaffte den dynamischen Zug, um den Umlenker zu klippen. Es war ein gewaltiger, unerwarteter Sieg an einem Tag, an dem ihre Erwartungen gering waren.

Eine unglaubliche Session

Als ob das Klettern ihrer fünften 9a nicht genug gewesen wäre, nutzte Hammelmüller die "Magie" des Freitags, des 13., aus. Während genau dieser Session gelang ihr außerdem:

  • "BarjoLand" (8b) im Flash
  • "Total Jobard" (8b+) im Durchstieg

Es war ein atemberaubender, fast surrealer Klettertag, der ihre unglaubliche Zähigkeit und Fitness am Fels unterstreicht.

Eine neue Ära am echten Fels

Dieser Meilenstein markiert auch einen symbolischen Wendepunkt in Hammelmüllers Kletterkarriere. Ende 2025, nach über einem Jahrzehnt im internationalen Wettkampfsport, gab sie ihren Rücktritt aus der österreichischen Nationalmannschaft bekannt, um sich vollständig dem Sportklettern am Fels zu widmen. Die Freiheit am Fels ohne den Druck von Ranglisten und Vergleichen findend, hat sie eine absolute Erfolgsserie hingelegt und allein im Jahr 2025 vierzehn 8c+-Routen und drei 9a's geschafft.

Nachdem "WRC" nun von der Liste abgehakt ist, hat Hammelmüller einmal mehr bewiesen, dass es manchmal nur darauf ankommt, sich einzubinden und es zu versuchen – selbst wenn man müde ist.