Gianluca Vighetti beendet eine herausragende Saison 2025 mit dem erfolgreichen Klettern zweier italienischer Teststücke: "Lapsus" und "Niobe".
Wenn Sie einen Beweis dafür benötigten, dass die nächste Generation italienischer Kletterer angekommen ist, brauchen Sie nicht weiter zu suchen als Gianluca Vighetti. Der 17-jährige Wunderkind aus dem Susa-Tal krönte sein Jahr mit einem beeindruckenden Doppelpack, indem er seine erste 9a+ kletterte und diese direkt mit einer blitzschnellen Wiederholung einer brandneuen 9a nachlegte.
Lapsus (9a+): Der König von Andonno
Ende November kehrte Vighetti zum historischen Klettergebiet Andonno zurück, um eine Rechnung zu begleichen. Sein Ziel war Lapsus, die legendäre Verbindungslinie, die Stefano Ghisolfi erstmals 2015 freikletterte.
Routeninformationen: Lapsus
- Schwierigkeitsgrad: 9a+ (5.15a)
- Ort: Andonno, Italien
- Erstbegehung: Stefano Ghisolfi (2015)
- Die Linie: Eine massive Verbindung, die Noia (8c+) mit Anaconda (8c) verbindet.
Lapsus ist ein Ausdauer-Monster, das Italiens erste 8c+ in einen 8c-Abschluss verbindet. Obwohl ursprünglich als 9b vorgeschlagen, hat sich der Schwierigkeitsgrad nach Wiederholungen von Adam Ondra, Marcello Bombardi und Jonathan Siegrist auf hartes 9a+ eingependelt.
Vighetti, der den ersten Abschnitt (Noia) bereits vor drei Jahren geklettert hatte, benötigte in dieser Saison nur acht Sessions, um die gesamte Verbindung zusammenzusetzen. Bei eisigen 0°C kämpfte er sich durch und erreichte den Ausstieg, um seine bisher schwierigste Begehung zu feiern.
Niobe (9a): Ein Glanzmoment in Arco
Nur wenige Wochen nach seinem Kampf in Andonno verlegte Vighetti seinen Fokus nach Arco. Er nahm sich Niobe vor, ein technisches Platten-Meisterwerk am Passo Due Sassi, das Adam Ondra erst wenige Tage zuvor eingerichtet hatte.
Der Kontrast im Stil zwischen der steilen Ausdauer von Andonno und der technischen Präzision von Arco schien ihn nicht zu beeinträchtigen. In einer bemerkenswerten Demonstration seiner Vielseitigkeit gelang Vighetti die erste Wiederholung der Route an einem einzigen Tag.
Obwohl Vighetti andeutete, dass die Route für den 9a-Grad "leicht" sein könnte, spricht seine Geschwindigkeit an einer so komplexen, technischen Linie – direkt nach einem Ausdauerprojekt – Bände über seine aktuelle Form.
Was kommt als Nächstes?
Mit einer Goldmedaille beim Europäischen Jugendcup in der Tasche und seiner ersten 9a+ Begehung geht Gianluca Vighetti als einer der aufregendsten jungen Kletterer in das Jahr 2026. Der Übergang vom Wunderkind (er kletterte im Alter von 12 Jahren 9a) zum Elite-Erwachsenen-Crusher ist offiziell abgeschlossen.