Große Verzögerung im Khumbu-Eisfall: Everest-Frühjahrssaison durch riesigen 30-Meter-Serac gestoppt
Bergsteiger und Guides im Basislager des Mount Everest stehen in diesem Frühjahr vor quälenden Verzögerungen. Der offizielle Beginn der Klettersaison wurde aufgrund einer ernsten und lebensbedrohlichen Gefahr im tückischen Khumbu-Eisfall jäh gestoppt. Ein massiver, etwa 30 Meter hoher Eisblock – ein sogenannter Serac – ragt derzeit drohend über der Kletterroute und verhindert, dass die „Icefall Doctors“ den Weg zu Lager 1 präparieren können.
Der gefährliche Khumbu-Eisfall, ein sich ständig verändernder Eisfluss. (Bild via Wikimedia Commons)
Die Gefahr: Eine 30 Meter hohe tickende Zeitbombe
Das Sagarmatha Pollution Control Committee (SPCC), das das Elite-Team der Sherpas, die „Icefall Doctors“, beaufsichtigt, hat alle Arbeiten zur Routensicherung eingestellt. Die Icefall Doctors sind dafür verantwortlich, die lebenswichtigen Sicherheitsseile zu spannen und Metallleitern über tiefe Gletscherspalten zu legen. Niemand kann jedoch die oberen Hänge des Everest betreten, bevor dieser kritische Abschnitt nicht sicher passierbar ist.
Der Übeltäter? Ein massiver, äußerst instabiler Serac, der etwa 30 Meter über dem Gletscher thront. Beamte warnen, dass der Eisblock jederzeit auf die Route stürzen könnte und eine tödliche Gefahr für jeden darstellt, der sich in seinem Weg befindet.
„Die Icefall Doctors arbeiten seit zehn Jahren in diesem Sektor und sie glauben, dass der Serac jeden Tag stürzen könnte. Wir müssen ihnen vertrauen. Die Regierung von Nepal hat die Sicherheit von Menschen schon immer als oberste Priorität betrachtet.“
— Himal Gautam, Direktor des nepalesischen Tourismusministeriums
Sorgen wegen „Stauschlangen“ und Überfüllung
Während die Icefall Doctors die Route normalerweise bis Anfang oder Mitte April fertigstellen, hat dieser große Rückschlag die Saison weit über das normale Startdatum hinaus verzögert. Diese Verzögerung löst bei Bergführern, Anbietern und Kletterern große Sorge aus.
Die Hauptsorge gilt dem gefährlichen „Domino-Effekt“, den die Verzögerung verursachen wird. Ein komprimiertes Kletterfenster bedeutet, dass mehrere Expeditionsteams später in der Saison gezwungen sein werden, zur gleichen Zeit den Gipfel anzustreben. Dieses Szenario erhöht dramatisch das Risiko der berüchtigten Everest-„Stauschlangen“ – massive Verkehrsbehinderungen in der Todeszone, die zu erschöpften Sauerstoffreserven und tödlichen Folgen führen können.
Einblicke in den Khumbu-Eisfall
Um die enorme Gefahr des Eisfalls zu verstehen, schauen Sie sich dieses Video an, das die prekäre Natur der Leitern und sich verschiebenden Eisblöcke demonstriert:
Wie sich die Bergsteiger anpassen
Da der Mount Everest vorübergehend gesperrt ist, versuchen Expeditionsleiter hastig, ihre Zeitpläne anzupassen und ihre Kunden sicher zu akklimatisieren. Anstatt die standardmäßigen Akklimatisierungsrunden durch den Khumbu-Eisfall zu Lager 1 und Lager 2 zu machen – was sie direkt unter den instabilen Serac bringen würde –, entscheiden sich viele Teams für alternative Gipfel.
- Besteigung des Lobuche East: Mehrere Anbieter haben eigene Lager am nahegelegenen Lobuche East (6.119 Meter) errichtet. Die Besteigung dieses Gipfels ermöglicht es den Teams, Techniken zu üben und sich in einer viel sichereren Umgebung zu akklimatisieren.
- Drohnenüberwachung: Agenturen haben Drohnen eingesetzt, um den 30-Meter-Serac aus der Luft zu beobachten, ohne Menschenleben zu gefährden.
Eine ernüchternde Erinnerung an vergangene Tragödien
Die äußerste Vorsicht des SPCC und der nepalesischen Regierung entspringt einer tragischen Geschichte. Im April 2014 tötete eine Lawine, die durch einen herabstürzenden Serac im Khumbu-Eisfall ausgelöst wurde, 16 Sherpa-Guides, die Lasten zu höheren Lagern transportierten. Es bleibt einer der tödlichsten Tage in der Geschichte des Everest.
Während der massive Eisblock weiterhin bedrohlich über der Route hängt, bleiben alle Augen auf den Gletscher gerichtet. Bis das Eis stürzt oder sich stabilisiert, bleibt das Tor zum Dach der Welt fest verschlossen.
Bleiben Sie dran für weitere Updates zur Everest-Frühjahrssaison. Was denken Sie über die zunehmende Überfüllung auf dem höchsten Berg der Welt? Lassen Sie es uns in den Kommentaren unten wissen!