Eine moderne Mixed-Winterkletterroute an der Südwand der Petites Jorasses im Mont-Blanc-Massiv.
Fakten auf einen Blick
- Ort: Südwand der Petites Jorasses (3.658 m), Mont-Blanc-Massiv, Westalpen
- Schwierigkeit: M8, 6c, AI4+
- Länge: 520 Meter
- Erstbegehung: Matteo Della Bordella, Mirco Grasso und Giacomo Mauri (Italien)
- Datum der Erstbegehung: 19.–20. März 2026
Routenbeschreibung
"Mutante" ist eine äußerst abwechslungsreiche und komplette alpine Mixed-Route, die durch die Mitte der Südwand der Petites Jorasses führt. Die Linie folgt einem markanten System aus Verschneidungen und Rinnen, das in einen Überhang mündet. Während diese Wand historisch für ihre sommerlichen alpinen Felsklettereien bekannt ist (wie etwa die klassische Bonatti-Mazeud-Route, die etwa 50 Meter links davon verläuft), wird sie im Winter aufgrund ihrer Südausrichtung fast vollständig ignoriert.
Im Sommer ist diese spezifische Rinne normalerweise eine tropfend nasse und wenig einladende Formation. Unter winterlichen Bedingungen entdeckte das Team jedoch hervorragende Eis-Seillängen, Drytooling-Passagen und technische Felskletterei. Matteo Della Bordella beschrieb die Route als "nicht extrem, aber dennoch fordernd" und bezeichnete sie aufgrund ihrer Vielseitigkeit als ein "kleines Juwel" unter den Winterrouten des Mont-Blanc-Gebiets.
Logistik: Zustieg und Abstieg
Zustieg: Der Zugang zur Wand erfolgt per Ski. Die Nähe zum Gervasutti-Biwak macht es zu einem idealen Ausgangspunkt für die Kletterei.
Abstieg: Der Abstieg erfolgt durch direktes Abseilen über die Route. Während der Erstbegehung hinterließ das Team neue Haken und ergänzte einen Bohrhaken, um das Abseilen zu erleichtern.
Details zur Erstbegehung
Die Erstbegehung wurde über zwei Tage durchgeführt. Am 19. März 2026 stiegen Della Bordella, Grasso und Mauri auf Skiern zu, kletterten die ersten Seillängen und verbrachten die Nacht im Gervasutti-Biwak. Am folgenden Tag, dem 20. März, bewältigten sie die restlichen Seillängen bis zum Gipfel und seilten sicher über die Route ab.
Hinweis: Interessanterweise entdeckte das Trio am Ende der allerersten Seillänge einen bereits vorhandenen Standplatz mit zwei Bohrhaken und einigen Normalhaken, was darauf hindeutet, dass eine unbekannte Seilschaft die Linie bereits zuvor versucht hatte.