Zum ersten Mal seit der Rückkehr von Skeleton im Jahr 2002 begrüßen die Olympischen Winterspiele eine brandneue Sportart. Ski Mountaineering (Skimo) feiert diese Woche endlich sein olympisches Debüt im legendären Skizentrum Stilfser Joch (Stelvio) in Bormio. Vergessen Sie die gemütlichen Fellanlagen, die Sie vielleicht vom Tourengehen kennen; dies ist ein lungenzerreißendes, hochoktaniges Rennen, bei dem Wechsel in Sekunden gemessen werden und die Herzfrequenz selten unter das Maximum fällt.

Die Disziplinen: Was Sie erwarten können

Im Gegensatz zu den ausdauerintensiven "Individual"-Rennen, die man vom Weltcup kennt, ist das olympische Format auf maximale Geschwindigkeit und Zuschauerbegeisterung zugeschnitten. Es gibt zwei Medaillenentscheidungen:

19. Feb Der Sprint (Herren & Damen)

Ein hektisches, 3-4-minütiges Rennen, das alles in eine einzige Runde packt. Athleten beginnen mit einem steilen Aufstieg mit Fellen, wechseln dann zum "Boot-Packing" (Skier am Rucksack), um Treppen hinaufzulaufen, wechseln für den letzten Anstieg zurück zu den Fellen, reißen die Felle oben ab und fahren durch Riesenslalomtore ab. Es ist ein K.-o.-Turnierformat: Vorläufe, Halbfinals und Finals.

21. Feb Mixed-Staffel

Teams bestehend aus einem Mann und einer Frau. Jeder Athlet absolviert die Strecke zweimal in einem abwechselnden Staffelformat (Frau → Mann → Frau → Mann). Die Strategie hier ist brutal; während Ihr Partner fährt, haben Sie etwa 3 Minuten Zeit zur Erholung, bevor Sie wieder alles geben müssen.

Die „vierte Disziplin“: Wechsel

Die Goldene Regel: Man kann der schnellste Skifahrer am Berg sein, aber wenn man seine Felle vertut, verliert man.

Das einzigartige Drama des Skimo liegt in den Wechseln. Athleten müssen Klebefelle von ihren Skiern abziehen, verstauen und ihre Skischuhe in Sekundenschnelle in den „Abfahrtsmodus“ bringen – oft während sie nach Luft schnappen. Ein Fehler hier, oder das Fallenlassen eines Ausrüstungsteils außerhalb des dafür vorgesehenen Bereichs, führt zu Zeitstrafen, die eine Medaille kosten können.

Athleten, auf die man achten sollte

  • Thibault Anselmet (FRA): Die dominierende Kraft im Weltcup-Zirkus, er geht als Favorit für den Herren-Sprint ins Rennen.
  • Emily Harrop (FRA): Eine ehemalige alpine Skifahrerin, die sich zu einem Skimo-Kraftpaket entwickelt hat, ist technisch makellos bei den Abfahrten.
  • Oriol Cardona Coll (ESP): Bekannt als der schnellste Starter der Welt, ist er der zu schlagende Spezialist im Sprint-Format.
  • Michele Boscacci (ITA): Der Lokalmatador. In der Region geboren, wird er die ohrenbetäubende Unterstützung der heimischen Fans in Bormio haben.
  • Team USA: Halten Sie Ausschau nach dem Duo Cameron Smith und Anna Gibson in der Mixed-Staffel, die den Rückstand auf die Europäer schnell aufgeholt haben.

Dieses Debüt ist eine Hommage an die Wurzeln des Wintersports – Skifahren als Fortbewegungsmittel – modernisiert für die TikTok-Generation. Es ist schnell, telegen und leicht verständlich: Wer zuerst über die Ziellinie kommt, gewinnt.

Mit den Alpen als atemberaubender Kulisse und den italienischen „Tifosi“ (Fans), die voraussichtlich den Zielbereich füllen werden, versprechen die Sprint-Finals am Donnerstag ein Höhepunkt der Spiele 2026 zu werden.