Vom 13. bis 14. Februar 2026 vollbrachten die amerikanische Kletterlegende Tommy Caldwell und das belgische Kraftpaket Siebe Vanhee eine der beeindruckendsten Leistungen im modernen Big-Wall-Klettern: die erste freie Begehung der „South African Route“ an der Central Tower of Paine im chilenischen Patagonien innerhalb von 24 Stunden.
📌 Die Route im Überblick
- Standort: Ostwand des Central Tower of Paine, Torres del Paine Nationalpark, Chile
- Route: South African Route
- Höhe: 1.200 Meter
- Seillängen: ca. 30 Seillängen
- Schwierigkeit: bis 7b+
- Bisheriger Maßstab: Die erste freie Begehung durch Nico Favresse, Sean Villanueva O'Driscoll und Ben Ditto im Jahr 2009 dauerte 13 Tage. Caldwell und Vanhee schafften es in 24 Stunden.
⏱️ Der 24-Stunden-Zeitplan
Unter dem Namen „SAIAD“ (South African In A Day) kletterten Caldwell und Vanhee im „Fast and Light“-Stil. Sie nutzten keine Fixseile, keine Portaledges und beide Kletterer stiegen jede einzelne Seillänge frei vor.
| Zeit / Ereignis | Details |
|---|---|
| Der Zustieg | Eine kräftezehrende 16-Kilometer-Wanderung mit 1.500 Höhenmetern bis zum Wandfuß, bepackt mit schwerer Ausrüstung, Isolationskleidung, Eisausrüstung und einem massiven Trad-Rack. |
| 13. Feb., 03:20 Uhr | Das Team startet am Boden und beginnt im Dunkeln zu klettern, um das Wetterfenster optimal zu nutzen. |
| Die Schlüsselstellen | Sie kämpften mit nassen Platten im unteren Bereich, eisigen Rissen und einer brutalen 60-Meter-Off-Width-Seillänge (Schwierigkeit 5.11+). Vanhee führte die kräftezehrende Off-Width in 1 Stunde und 10 Minuten; Caldwell folgte in der Dülfer-Technik in nur 20 Minuten. |
| 13. Feb., 22:00 Uhr | Erreichen der 24. Seillänge in absoluter Dunkelheit. Völlig ohne Wasser. |
| 14. Feb., 03:20 Uhr | Gipfel! Exakt 24 Stunden nach dem Start. Sie gönnten sich 1 Stunde und 45 Minuten Pause nahe des Gipfels, um Kaffee zu kochen und sich auszuruhen. |
| Der Abstieg | Kurz nach dem Gipfel erreichte sie ein patagonischer Sturm. Sie mussten einen 8-stündigen Abseilabstieg durch Schnee, starken Wind und bei nahezu null Sicht bewältigen, um sicher zum Basislager zurückzukehren. |