Barbara Zangerl und Jacopo Larcher haben an zwei aufeinanderfolgenden Tagen WoGü (8c) im schweizerischen Rätikon frei begangen. Larcher führte am 22. August 2026 alle Seillängen, Zangerl am Tag darauf — die erste Frauenbegehung der Linie. Wie üblich bei ihnen: eine Person führt die ganze Route, die andere sichert; am nächsten Tag Rollenwechsel, damit beide jede Länge vorsteigen.

WoGü liegt an den Kirchlispitzen und umfasst rund 270 m in neun Seillängen. Beat Kammerlander richtete sie 1997 von unten ein; frei durchstieg er sie selbst nicht. Die erste Free-Begehung gelang elf Jahre später dem damals 15-jährigen Adam Ondra. Seither nur wenige Wiederholungen (Marín, Hemetzberger, Lachat, Ladevant…). Schwierigkeit, scharfer Kalk und Runouts halten die Liste kurz.

Nach Déjà (8c+) in der Nähe hatten sie noch Material am Einstieg und fühlten sich im Rätikon-Stil zu Hause. WoGü war ein Traum mit Respekt: Geschichte, gestapelte schwere Längen, scharfe Griffe. Wochenlanges Üben am Abend (oft mit Stirnlampe) zeigte: Die eigentliche Herausforderung ist der ganze Tag ohne verbrannte Haut und dumme Fehler.

Lange technische Längen, kurze unsichere Wände und die berühmte Badewanne. Auf dem Papier „leichter“ als Déjà, aber sustainer und boulderiger — klassisches Kammerlander-Abenteuer.

Beide sandten am ersten richtigen Rotpunkt-Tag der Gesamtroute. Larcher kämpfte mit feuchtem Fels; Zangerl startete früh gegen die Sonne und kletterte die schweren Längen im ersten Versuch.

Auf climbing.place: WoGü (Kirchlispitzen, Rätikon).

Quellen: Gripped (28.9.2026), Instagram Zangerl & Larcher. Titelbild: Jonathan Faeth / Timeline Production via Gripped.