In einer Saison, die bereits reich an prominenten Begehungen ist, hat sich in der chilenischen Patagonien-Region Aysén eine eher unauffällige, aber beeindruckende Leistung ereignet. Die lokalen Kletterer Raimundo De Andraca und Fernanda Carabias haben an der La Zaranda erfolgreich eine hoch aufragende neue Mehrseillängenroute eingerichtet.

Die Route, sowohl im Namen als auch in ihrer Natur poetisch, trägt den Namen 'Sin obstáculos no hay camino' (Kein Weg ohne Hindernisse). Sie misst anspruchsvolle 600 Meter und weist Schwierigkeiten bis zu 5.12- A1 auf.

Routendetails

Im Gegensatz zu vielen patagonischen Zielen, die tagelanges Trekking erfordern, ist La Zaranda einzigartig durch ihre Zugänglichkeit. Etwa 30 km nördlich von Villa Mañihuales gelegen, befindet sich die Wand nur eine kurze Wanderung von der berühmten Carretera Austral (Route 7) entfernt. Dennoch wurde die Wand bisher nur wenig erschlossen; dies ist erst die dritte dokumentierte Route an dieser Felsformation.

  • Routenname: Sin obstáculos no hay camino
  • Kletterer: Raimundo De Andraca, Fernanda Carabias
  • Länge: 600m (17 Seillängen)
  • Schwierigkeit: 5.12- / A1 (Zwei Seillängen im Schwierigkeitsgrad 5.13, wenn frei geklettert)
  • Ort: La Zaranda, Region Aysén, Chile

Das Duo begann im Sommer 2024 mit der Arbeit an der Linie und kehrte über mehrere Saisons zurück, um sie zu säubern und einzurichten. De Andraca beschrieb die Kletterei als abwechslungsreich und von hoher Qualität, mit „sehr guten Rissen aller Größen, Kaminen, Offwidths und technischen Plattenabschnitten zur Verbindung von Risssystemen.“

„Der Name ‚Sin obstáculos no hay camino‘ spiegelt die Philosophie der Begehung wider – eine Erinnerung daran, dass die Schwierigkeiten nicht nur Barrieren sind, sondern der Weg selbst.“

Während die Granittürme des Chaltén-Massivs oft im Rampenlicht stehen, hebt diese Begehung das immense Potenzial der Region Aysén für „straßennahe Big Walls“ hervor. Mit einem überschaubaren Zustieg und hochwertigem Fels ist diese Route prädestiniert, ein moderner Klassiker für Kletterer zu werden, die ein Big-Wall-Abenteuer ohne den logistischen Albtraum einer abgelegenen Expedition suchen.

Herzlichen Glückwunsch an De Andraca und Carabias für die Erschließung dieser, wie es scheint, atemberaubenden Linie für die Klettergemeinschaft.