Premiere: Sundance Film Festival 2026 (World Documentary Competition)

Regisseur: Amir Bar-Lev (Long Strange Trip, The Tillman Story)

Laufzeit: 98 Minuten

Produktion: Ventureland, Propagate, Object

Protagonisten: John Snorri, Ali Sadpara, Sajid Sadpara, Nirmal "Nims" Purja

Die Prämisse: Der letzte große Preis

Der Film "The Last First: Winter K2", der beim Sundance Film Festival 2026 von der Kritik gefeiert wurde, beleuchtet eine der umstrittensten und tödlichsten Saisons in der Geschichte des Bergsteigens. Er konzentriert sich auf das Rennen um die "letzte große Erstbesteigung" des Alpinismus: die Winterbesteigung des K2, des zweithöchsten und gefährlichsten Berges der Welt.

Während die Geschichtsbücher die Saison für die erfolgreiche Besteigung durch das nepalesische Team unter der Leitung von Nirmal "Nims" Purja festhalten, wirft Bar-Levs Dokumentarfilm ein breiteres, dunkleres Licht. Er konzentriert sich stark auf die parallele, tragische Expedition des isländischen Bergsteigers John Snorri und der pakistanischen Kletterlegende Ali Sadpara, die zusammen mit dem chilenischen Bergsteiger Juan Pablo Mohr hoch am Berg ums Leben kamen.

Eine Geschichte von "Bruchlinien"

Im Gegensatz zu gewöhnlichen Abenteuerfilmen, die sich ausschließlich auf den Triumph konzentrieren, wird The Last First von Kritikern als "existenzialistische Parabel" beschrieben, die die zerfallende Kultur des Höhenbergsteigens offenbart. Der Film verknüpft drei unterschiedliche Erzählstränge:

  • Die Puristen vs. die Touristen: Die Spannung zwischen erfahrenen Alpinisten, die eine historische Leistung versuchen, und dem Zustrom von kommerziellen Kunden und Social-Media-Influencern, die das Basislager überfüllen.
  • Nationalstolz & Klasse: Der Film navigiert geschickt durch die geopolitischen Dynamiken und beleuchtet die oft übersehene Expertise der pakistanischen Höhenbergträger (insbesondere der Familie Sadpara) und der nepalesischen Sherpas, die dem westlichen Kapital und Ehrgeiz gegenübergestellt wird.
  • Der virale Effekt: Ein kritischer Blick darauf, wie Instagram, Livestreaming und der Druck, online "zu performen", zur chaotischen Atmosphäre im Basislager beitrugen und möglicherweise tödliche Entscheidungen beeinflussten.

Kritische Rezeption auf dem Sundance 2026

Der Film wurde als Highlight des letzten Festivaljahres in Utah gefeiert. Kritiker lobten Amir Bar-Lev dafür, dass er eine einfache Heldenerzählung vermied und stattdessen einen journalistischen und humanistischen Ansatz für ein chaotisches Desaster wählte.

"Dieser Film über einen gewaltigen Gipfel ist Spitzen-Filmkunst... Er ist mutig genug, nicht zu glauben, dass Antworten einfach sind. Er enthüllt eine überraschende und vielschichtige Geschichte von Strategie, Klasse, Geld und Macht."
POV Magazine
"Erweitert den emotionalen und ethischen Rahmen des Bergsteiger-Dokumentarfilms erheblich... Er erinnert uns daran, dass die größten Leistungen der Geschichte oft auf stilleren, unumkehrbaren Verlusten beruhen."
The Wire

The Last First: Winter K2 dient als definitive historische Aufzeichnung der Ereignisse vom Februar 2021. Indem der Film die Bindung zwischen John Snorri und Ali Sadpara sowie das Überleben von Alis Sohn, Sajid Sadpara (der kurz vor dem Flaschenhals umkehrte), in den Mittelpunkt stellt, vermenschlicht er die Statistiken des "Wilden Berges".

Es ist nicht nur ein Film über das Klettern; es ist ein Film über die Kosten des Ehrgeizes in der modernen Zeit.