Der 25-jährige Österreicher hat sich Dave MacLeods berühmte Linie am Dumbarton Rock in zwei Trips erarbeitet und am 7. Oktober durchstiegen. Damit hat Rhapsody innerhalb einer Woche zwei Wiederholungen bekommen.

Am 7. Oktober 2026 gelang dem Österreicher Nemuel Feurle die elfte bekannte Begehung.

Feurle investierte 15 Tage, verteilt auf einen Trip im Frühjahr und einen in diesem Herbst. Immer wieder flog er an der letzten Schlüsselstelle, und mehr als einmal dachte er, die Route sei vielleicht einfach zu schwer für ihn. Die Wende kam am Dienstag, als er erst an den letzten beiden Griffen abflog. Da wusste er, dass es geht. Am nächsten Tag stieg er wieder ein und stand zu seiner eigenen Überraschung im dritten Versuch des Tages oben.

Ernst wird Rhapsody vor allem dadurch, dass man die gesamte schwere Passage ohne eine einzige gelegte Sicherung klettert. Die letzte ist ein kleiner Klemmkeil, laut Feurle solide und zuverlässig. Darüber warten rund 25 Züge und etwa acht Meter bis zum Ausstieg. Wer dort stürzt, fliegt 20 bis 25 Meter. Feurles Tipp für den langen Flug ist, rechtzeitig den Fuß hinter dem Seil hervorzuholen. Am Ende zitiert er Wolfgang Güllich und dessen Satz, das Gehirn sei der wichtigste Muskel beim Klettern.

Die ersten Wiederholungen gelangen 2008 Sonnie Trotter und Steve McClure. 2014 folgte James Pearson, später Jacopo Larcher, Gérôme Pouvreau, Mat Wright und Billy Ridal. Buster Martin machte erst am 1. Oktober die neunte Begehung. Neu im wilden Trad-Gelände ist Feurle nicht. 2018 kletterte er mit 16 Jahren Beat Kammerlanders Prinzip Hoffnung, in den letzten Jahren war er vor allem in schweren Mehrseillängen im Rätikon und am El Capitan unterwegs.

Quellen: PlanetMountain, 8a.nu, Gripped, Climbing History

Titelbild: die Nordwestwand des Dumbarton Rock. Rhapsody folgt dem höchsten Riss in der Mitte. Foto: Mike Bean, CC BY 2.0, Wikimedia Commons.