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Klettersteig-Schwierigkeitsgrade erklärt

Klettersteige verbinden Wandern mit Leitern, Seilen und Brücken. Die mitteleuropäische Skala reicht von A (leicht) bis F (extrem), aber Österreich, Italien, Deutschland, Slowenien und Tschechien haben jeweils ihre eigenen Eigenheiten bei der Benennung. Prüft immer den Schwierigkeitsgrad auf der jeweiligen Routenseite – über Ländergrenzen hinweg passt das nicht immer perfekt zusammen.

Grad A ist wirklich nur ein Einstieg - kurze Seile, sichere Tritte, mäßige Ausgesetztheit. B legt mit längeren Passagen und durchgehenderer Ausgesetztheit noch eine Schippe drauf. Hier beginnt die Fußarbeit eine Rolle zu spielen – man klinkt deutlich öfter ein und aus. Und da diese Routen meist mit einem echten Zustieg beginnen, hilft grundlegende Wanderkondition enorm.

Grad C wird von den meisten unterschätzt. Die Ausgesetztheit nimmt zu, Pausen fallen weg, und man braucht ruhige, gleichmäßige Bewegung über längere Abschnitte. Wer sich am Seil hochzieht statt mit den Beinen zu arbeiten, dem brennen die Unterarme schnell aus. An C sollte man sich erst wagen, wenn man ein paar solide A–B-Tage hinter sich hat.

Ein glatter D-Aufschwung im trockenen Kalk fühlt sich bei nassem Fels oder klammen Fingern im Oktober schnell nach blankem Notausstieg an.

Nutzt ein EN-zertifiziertes Klettersteigset mit Bandfalldämpfer – niemals eine Kletter-Daisy-Chain – dazu Gurt, Helm, Handschuhe und feste Zustiegsschuhe. Selbst erfahrene Kletterer sollten hier nicht zum Sportklettern-Rack greifen; für Seilstürze ist es schlicht das falsche Werkzeug. Auf längeren alpinen Routen ein kurzes Seil mitnehmen und die Grundlagen der Selbstrettung kennen.

Wetter und Timing entscheiden meist mehr über den Tag als der Buchstabe des Schwierigkeitsgrads. Früh starten, um Gewittern an den Metallseilen aus dem Weg zu gehen. Umkehren, wenn der Fels vereist ist, wenn Warteschlangen einen zum Hängen am Seil zwingen, oder wenn jemand in der Gruppe unsicher wirkt. Und den Abstieg kennen – ob zu Fuß, per Abseilen oder Rückweg über die Route – denn er gehört zur Tour dazu, nicht als Nachgedanke.

Wer aus der Kletterhalle kommt, unterschätzt meistens das ständige Umhängen mit Rucksack auf dem Rücken. Wenn die Waden nach zwei Stunden auf Eisenstiften brennen, nützt Maximalkraft wenig – lieber erst mal die Tourenzeiten in langen B/C-Routen realistisch einschätzen lernen.

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