Datum der Begehung: Frühjahr 2024
Ort: Elbsandsteingebirge (Sächsische Schweiz), Deutschland
Erstbegehung: Robert Leistner (2012)
Schwierigkeitsgrad: Xb (sächsische Skala) / ca. 8a/8a+ (französische Skala)
Das tschechische Kletterphänomen Adam Ondra hat seinem beeindruckenden Lebenslauf einen weiteren mutigen Erfolg hinzugefügt: Er wiederholte Circus Maximus, eine berüchtigte und hoch angesehene Route an den Sandsteintürmen der Sächsischen Schweiz. Die Route, die 2012 von der lokalen Legende Robert Leistner erstbegangen wurde, ist ein wahrer Prüfstein für mentale Stärke und technisches Können.
In strikter Übereinstimmung mit der traditionellen Kletterethik der Sächsischen Schweiz kletterte Ondra die Route von unten (ground-up) und völlig ohne die Verwendung von Magnesia (Chalk). Das Gebiet ist berühmt für seine strengen Regeln, die Magnesia sowie metallische Sicherungsmittel wie Klemmkeile oder Friends verbieten. Stattdessen verlässt man sich auf spärlich gesetzte Ringe und geknotete Schlingen, die in Risse geklemmt werden.
Circus Maximus zeichnet sich durch weite Hakenabstände, brüchigere Felsabschnitte und hochtechnische Züge aus. Ondras erfolgreiche Wiederholung von unten und ohne Magnesia zollt den lokalen Traditionen enormen Respekt. Sie unterstreicht einmal mehr seine unglaubliche Vielseitigkeit als einer der besten Kletterer der Welt und beweist, dass er nicht nur das Sportklettern und Bouldern dominiert, sondern auch die kühnsten traditionellen Linien meistert.




